Reiner - Der Autor

Reiner – Der Autor

Wer interessiert sich für Politik – kein Mensch

Das ist leider traurige Tatsache. Abgesehen von zu wenigen Aktivisten, die sich in verschiedenen Organisationen engagieren, um die schlimmsten Auswüchse der Politik zu verhindern, interessiert sich der durchschnittliche Bürger für seine Familie, seine eigene Karriere und seine engsten Freunde. Das Erscheinungsdatum der nächsten CD der Lieblingsband, der Start der nächste Staffel von Game of thrones und die nächste coole Party im heißesten Tanzschuppen der Stadt lassen keinen Spielraum für die Beschäftigung mit den Dingen, die so großen Einfluss auf unser aller Leben haben. In diesem riesigen Loch unserer Interessenlosigkeit können sich die Karrieristen und Machtgierigen aller Coleur nach Herzenslust austoben, ihre Visionen, so sie denn welche haben, zu verwirklichen suchen und die Karriereleiter emporsteigen koste es was es wolle. Durch die stattliche staatliche Versorgung finanziell vom Leben des Durchschnittsdeutschen völlig losgelöst, können unsere Politiker als demokratisch gewählte Volksvertreter über das Volk herrschen wie einst der Kaiser über seine Untertanen. Und das alles geschieht in schönster Harmonie mit der Verfassung.

Dinge, die zum Beispiel und Frankreich zu Streiks führen würden, lassen die Deutschen von heute kalt. Die ständige Senkung sozialer Standards (z.B.Streichung der Zuschüsse für Brillen, Streichungen bei der km-Pauschale für Pendler, Einschränkung der Absetzbarkeit von Arbeitszimmern, Streichung von Förder- und Bildungsangeboten beim Bundesamt für Arbeit) regen niemanden auf, selbst die Erhöhung des Rentenalters, die Senkung der Nettorentenbezüge bei gleichzeitiger Erhöhung des zu versteuernden Rentenanteils treibt niemanden auf die Strasse. Auch, dass die ärmeren Bevölkerungsschichten diese Nachteile nicht durch eine private Vorsorge ausgleichen können und die dafür vorgesehenen Fördermaßnahmen nur den ohnehin schon Betuchten nützen, irritiert keinen. Skandale wie der um die SPD-Abgeordnete Petra Hinz (gefälschter Lebenslauf) oder der Fall der FDP-Abgeordneten im Europaparlament Silvana Koch-Mehrin (Doktortitel entzogen etc.l) sind auch nicht geeignet, das Interesse an und das Vertrauen in die Politik zu erhöhen und als Vorbild für die junge Generation taugen sie schon gar nicht. Auch das hat die Bevölkerung ohne vernehmbares Murren hingenommen. Wie peinlich für Deutschland und jeden engagierten Bürger.
Und weil das so ist, schreibe ich auf diesen Seiten an gegen die Gleichgültigkeit, versuche ich Politik verständlich zu machen und Skandale öffentlich.
Meine Bewunderung gilt den Mitstreitern von Abgeordnetenwatch, den Machern von Foodwatch, Campact oder Change.org. Selbst wenn man keine eigene Webseite betreibt oder keine Bürgerinitiative gegründet hat ( ich habe die Bürger für Waldstrasse ins Leben gerufen) kann sich jeder Bürger auf diesen Plattformen an vielen Initiativen beteiligen und das sollte er auch tun,- je mehr desto besser.

Man mag es kaum glauben, was ein Helge Braun, seines Zeichens immerhin Kanzleramtschef von Merkels Gnaden ,öffentlich in einem ZDF-Interview am 25.11.2018 geäußert hat.

„Zwar sei auch er für 100 Prozent Mobilfunk, überall in Deutschland. Allerdings reiche dafür auch 4G, also die aktuelle Mobilfunktechnik LTE. 4G sei bereits “verdammt schnell und reicht für Wirtschaft, für Haushalte und für den Bürger, für Telefonie und klassische Smartphone-Anwendung allemal”, sagt Braun der ZDF-Sendung “Berlin direkt”.

Anschließend setzt er noch einen drauf.

Auch ein sogenanntes “Nationales Roaming” lehnt Braun ab.
Damit ist die Teilung der Netze der drei Netzanbieter auf dem Markt gemeint. Dort, wo nur ein Anbieter Sendemasten installiert hat, stellt er sie den anderen gegen ein Entgelt zur Verfügung. Damit ist mit wesentlich geringerem Aufwand eine flächendeckende Versorgung problemlos möglich.
Biederer, kurzsichtiger und einfältiger könnte die Begründung für diese destruktive Haltung gar nicht sein.
Zwar sei auch er für 100 Prozent Mobilfunk, überall in Deutschland. Allerdings reiche dafür auch 4G, also die aktuelle Mobilfunktechnik LTE. 4G sei bereits “verdammt schnell und reicht für Wirtschaft, für Haushalte und für den Bürger, für Telefonie und klassische Smartphone-Anwendung allemal”, sagt Braun der ZDF-Sendung “Berlin direkt”.
Offensichtlich hat dieser Mann noch nie ein Gespräch mit Firmenvertretern geführt, deren Niederlassungen sich in Gebieten mit weißen Flecken auf der Mobilfunkkarte befinden und due aufgrund dessen um ihre Existenz ringen. Was nutzt das beste Produkt und der beste Service, wenn der Kunde die Firma und die Firma ihre Lieferanten und Kunden nicht auf dem wichtigsten Kommunikationsweg in der heutigen Zeit erreichen kann. Von cloudbasierten Anwendungen, die mehr und mehr Standard werden, wollen mal erst gar nicht anfangen. Hat der Mann noch nie vom Internet der Dinge gehört, das in den Startlöchern steht und enorme Bandbreiten und Geschwindigkeiten benötigen wird. Und damit meine ich nicht unbedingt nur die Vernetzung von Haushaltsgeräten. Autonomes Fahren,- wie soll das funktionieren, ohne die Bereitstellung ungeheurer Datenmengen in Echtzeit? Dazu kommen die enormen Anforderungen durch die Digitalisierung der Verwaltung, die zwar erst zögerlich in Angriff genommen wird aber hoffentlich bald ihre eigene Dynamik entwickeln wird.
All diese Dinge sind ohne ein modernes Hochgeschwindigkeitsnetz nicht realisierbar. Wer dies nicht zu erkennen vermag und meint das Hochgeschwindigkeitsnetz sei nur für Netflix da, hat an den Schalthebeln der Macht nichts zu suchen.

Dir Kleinen hängt man – die Großen lässt man laufen

15.05.2019 
Ein schönes Beispiel für die Schieflage in Deutschland nicht nur in Bezug auf das Einkommens- oder auch das Bildungsniveau, sondern auf unsere Rechtsprechung lieferte kürzlich eine Entscheidung des Bezirksamt Lichtenberg.

Nach einer Meldung der Märkischen Oderzeitung vom 14.05.2019 wurde einem Antragsteller auf Wohngeld selbiges gekürzt, weil er regelmäßig Lebensmittel bei der Tafel anholt. Man ist dort anscheinend der Meinung, dass sich der Mann dadurch unrechtmäßig Einkommensvorteile verschafft hat. Dass dies aus der Not geboren ist konnten sich die unkündbaren beamten offensichtlich nicht vorstellen. Auch, dass die Tafeln nicht aus Steuermitteln finanziert werden, fand keine Berücksichtigung. Ein im März eingereichter Widerspruch wurde abgelehnt. Die Hilfsorganisation Berliner Tafel stuft diese Verfahrensweise als rechtswidrig ein und hat gegen diese Verfahrensweise protestiert.

Es ist eine Schande, wie Deutschland mit den Opfern der sozialen Ungerechtigkeit umgeht. Die Urheber der CumEx-Geschäfte, die den Staat um Millionen geprellt haben und auch die Autobosse, die jahrelang gegen die Umweltgesetze verstoßen haben und dies noch tun, residieren unbehelligt in ihren Villen.

Familienministerin unter Plagiatsverdacht
04.04.19 Eine willkommene Gelegenheit sich wieder einmal an den allseits beliebt gewesen Verteidigungsminister Herrn Karl-Theodor zu Guttenberg zu erinnern, bot den Nostalgikern unter uns gestern die weniger beliebte Familienministerin Franziska Giffey. Sie setzt die Reihe derer fort, die aus hohen und höchsten Ämtern ausscheiden mussten, weil Sie für Ihre Doktorarbeiten externe Hilfe genutzt hatten, ohne das auch korrekt anzugeben. Ex-Bildungsministerin Schavan, CDU-Bundestagsabgeordneter Frank Steffel, die Soziologie-Professorin Marina Hennig, die Politikberaterin und auch die Publizistin Margarita Mathiopoulos gehören in diesen „erlauchten“ Kreis. Letztere wollte der damalige Bundeskanzler Brandt zur Parteisprecherin machen. Frau Hennig klagt noch gegen den Entzug Ihres Titels. In Ihrer Arbeit wurden neben Plagiaten auf 44% der Haupttextseiten auch viele Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler gefunden und das in Zeiten der automatischen Rechtschreibprüfung. Das lässt schon erahnen wie es um das akademische Niveau (und auch das moralische) heute bestellt ist.
Die Ludwig-Maximilian-Universität München prüft seit 40 Monaten zwei medizinische Doktorarbeiten ohne zu einem Ergebnis in dieser scheinbar eindeutigen Angelegenheit zu kommen. Parallel dazu prüft die Rechtsabteilung der LMU, ob sie dazu überhaupt Auskunft geben darf. So lustig geht es auf deutschen Universitäten zu. Die fraglichen Doktorarbeiten sind weiterhin frei öffentlich zugänglich.
Übrigens stammen von 243 bei VroniPlag Wiki vermerkten Plagiatsdokumentationen 46 aus dem Land Berlin, der größte Teil davon von der Charité. Peinlicher geht’s nicht (aus FAZ „In dieser Stadt wird am meisten abgeschrieben)
PS: Auch die amtierenden Minister von der Leyen und Scharrer standen bereits wegen Plagiatsverdachts unter Kritik.

Haben Sie schon von Rüdersdorf gehört? Schauen Sie selbst.

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